Burnout aus der Sicht der TCM / Teil 1
Aus der Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) kann Burnout unterschiedliche Ursachen haben. Generell handelt es sich dabei um einen Erschöpfungszustand eines oder mehrerer Organe und Energiekreisläufe. Dieser Zustand entsteht durch anhaltende psychische oder körperliche Überlastung, beispielsweise durch Stress, Kummer, schwere körperliche Arbeit, zu wenig Schlaf und Regenerationszeit oder falsche Essgewohnheiten.
In einem Blogbeitragszyklus möchte ich euch nun diese Dysbalancen vorstellen und einige Tipps zur Vorbeugung sowie als Gegenmaßnahmen für bereits entstandene Probleme mit euch teilen.
In der TCM können folgende Zustände als Burnout-Ursache genannt werden:
- Milz-Qi-Mangel
- Nieren-Yin- und -Yang-Mangel
- Herz-Yin- und Blutmangel
- Leber-Qi-Stagnation
Diese pathologischen Zustände können sowohl einzeln als auch in Kombination auftreten.
Muster Herz-Yin-Mangel und Herz-Blut-Mangel
Passend zu unserer aktuellen Jahreszeit beginne ich mit dem Herz-Muster.
Ein Herz-Blut- oder Herz-Yin-Mangel äußert sich durch innere Unruhe trotz Erschöpfung.
Wenn die Betroffenen nicht nur körperlich, sondern auch emotional erschöpft sind, dann ist dies laut TCM ein Hinweis darauf, dass ein Herz-Blut- oder Herz-Yin-Mangel vorliegt. Das Herz beherbergt den Shen, also den Geist, der für unsere emotionalen Zustände und kognitiven Fähigkeiten verantwortlich ist. Ist die Energie des Herzens beispielsweise durch Mangelerscheinungen gestört, entsteht innere Unruhe.
Typische Merkmale dieses Dysbalancemusters sind:
- Schlafstörungen
- Herzrhythmusstörungen
- innere Unruhe
- Gedächtnisschwäche
- Angstzustände
- Nachtschweiß
Die Harmonisierungsstrategie besteht in diesem Fall aus zwei Teilen: Das Herz-Blut und das Herz-Yin sollen genährt und der Shen beruhigt werden.
Herz-Yin und Herz-Blut können insbesondere durch die Aufnahme leicht verdaulicher gekochter Speisen genährt werden. Empfehlenswert sind insbesondere Eintöpfe und Suppen, die mild gewürzt sind. Gerichte aus Buchweizen, Haferflocken, grünen Erbsen, roter Bete bzw. aus allen roten Gemüse- und Obstsorten nähren das Blut. Zur Mittagszeit können die Speisen gerne mit grünen Blattsalaten (auch roh) verspeist werden.
Genussmittel wie Kaffee und Alkohol erschöpfen das Herz-Yin. Auch vom Verzehr von Salaten aus rohem Gemüse zum Abendessen ist abzuraten.
Um den Shen zu beruhigen, können Meditation und alle langsamen Sport- und Bewegungsarten praktiziert werden. Taiji und Qigong. Auch langsames Gehen, das mit dem Atemrhythmus verbunden wird, erweist sich als hilfreich. Ein Beispiel: zwei Schritte einatmen, drei Schritte ausatmen.
Wenn möglich, sollten Sie sich außerdem eine Pause zur Mittagszeit gönnen. Am besten nutzen Sie diese für ein Nickerchen. Meiden Sie abends bei innerer Unruhe Aktivitäten, die Sie stressen oder aufregen. Dazu gehören auch Actionfilme und Thriller.
Bitte beachten Sie: Bei Herzrhythmusstörungen sollten Sie unbedingt einen Arzt konsultieren!
Übrigens passt die beschriebene Vorgehensweise auch für die heißen Sommertage.
Über weitere Burnout-Muster berichte ich Ihnen demnächst.
Bleiben Sie achtsam und gesund!


